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Blick ins Buch:
ERNST, Hans Ulrich & KELLNER, Alexander W.A.

Flugsaurier weltweit – Pterosaurs worldwide

Die Welt der Flugsaurier und ihr Spiegelbild in der Philatelie - The World of Pterosaurs and their Reflection in Philately

2026. [Deutsch und Englisch] – 268 Seiten,449 Farb- und 7 Schwarzweißabbildungen.
24,6 × 21,4 cm, Hardcover.

Vorbestellung. Dieses Buch erscheint im September 2026.

ISBN: 978-3-89937-314-1
Artikelnummer: 978­3­899373141 Kategorien: Bücher Paläontologie, Paläontologie

50,00 €

zzgl. Versandkosten / Versandkostenfrei in D

Zwei exotische Welten treffen aufeinander: Wie seine drei Vorgängerwerke über Trilobiten, Cephalopoden und prähistorische Fische richtet sich auch das vorliegende Buch sowohl an philatelistisch Interessierte als auch an Fossiliensammlerinnen und -sammler. Es gibt eine ausführliche Darstellung der Marken, Stempel und Ganzsachen mit dem Motiv Flugsaurier. Daneben liefert das Buch eine kurze Beschreibung des Aussehens, der Lebensweise, der Größe und Verbreitung der auf dem philatelistischen Material abgebildeten Flugsaurier, einschließlich Bildern des Fossilienmaterials zur Erläuterung.

 

  • Vorwort
  • Einleitung
  • Inhalt
  • Autoren
  • Kundenmeinungen
  • Rezensionsexemplar

Mit dem vorliegenden Band Flugsaurier und ihr Spiegelbild in der Philatelie liegt nun nach den Bänden über fossile Trilobiten, Cephalopoden und Fische bereits das vierte Buch dieser Reihe des Verlags Dr. Friedrich Pfeil vor. Die Grundlage hier sind Motivbriefmarken, Markenblöcke und Sonderstempel mit Darstellungen von Flugsauriern, teils im Original als Fossilien und meist als Lebensbildrekonstruktionen. Das Flugsauriermotiv auf der Briefmarke wird jeweils dem Originalfossil gegenübergestellt, abgebildet und kurz beschrieben. Die Anordnung der etwa 70 hier zusammen erfassten Flugsauriergattungen und -arten entspricht dem gegenwärtigen Stand der paläontologischen Systematik.

Im Laufe der biologischen Evolution ist es drei Gruppen von Wirbeltieren gelungen, durch aktive Flugleistungen in die ökologische Nische Luftraum vorzudringen. Es waren dies die Flugsaurier, die Vögel und die Fledermäuse. Alle drei Gruppen haben die Flugfähigkeit unabhängig voneinander, auf ganz unterschiedliche Weise und in dieser Reihenfolge zu verschiedenen Zeiten erreicht. Dabei waren es die Flugsaurier, wissenschaftlich Pterosaurier, die schon während der Triaszeit, vor über 200 Millionen Jahren, den aktiven Flug erworben hatten. Das bedeutet, dass sie kontrolliert, im freien Luftraum beliebig steuerbar und orientiert fliegende Reptilien waren. Das setzte bereits hoch entwickelte Nerven-und Gehirnstrukturen, ein entsprechendes Atmungs-und Kreislaufsystem sowie hohe Stoffwechselleistungen voraus. Gegenüber den heute lebenden Reptilien, wie den Schildkröten, Krokodilen oder Eidechsen nehmen die Flugsaurier in dieser Hinsicht eine Sonderstellung ein. Auch mit den Dinosauriern waren sie nicht näher verwandt. Es ist also irreführend sie, wie auf einigen der Briefmarkenausgaben als „fliegende Dinosaurier“ zu bezeichnen.

Ohne die Fossilfunde und ohne die Forschungen der Paläontologie, der Wissenschaft vom Leben der erdgeschichtlichen Vergangenheit, hätten wir keine Kenntnis von diesen interessanten, ja faszinierenden Tieren der Vorzeit. Sie waren fast während des ganzen Erdmittelalters 150 Millionen Jahre lang außerordentlich erfolgreich, vielfältig und weltweit

verbreitet. Jedoch gehören Fossilfunde von Flugsauriern meist zu den Seltenheiten. Für diese terrestrischen Flugtiere war die Chance fossil erhalten zu werden relativ gering. Die meisten Funde stammen deshalb aus geologischen Schichten ehemaliger See- oder küstennaher Meeresablagerungen. Besonders günstige  Erhaltungsbedingungen herrschten in den Lagunensedimenten in Süddeutschland, den Solnhofener Plattenkalken der oberen Jurazeit oder in Nordostchina in lacustrinen Schichten der unteren Kreidezeit. Außer den Skelettknochen sind manchmal auch Spuren der Flughaut und der Körperbedeckung überliefert, während Körperweichteile meist dem Fossilisationsprozess zum Opfer gefallen sind. Flugsaurier hatten eine einzigartige Flügelkonstruktion und unterscheiden sich darin sowohl von Vögeln, als auch von Fledermäusen. Im Handskelett ist nur der vierte Finger extrem verlängert und verstärkt. Hier setzte eine Flughaut an, die sich seitlich zum Körper und zu den Hinterbeinen hin erstreckte. Auch andere Skelettmerkmale lassen darauf schließen, dass sie gute und aktive Flieger gewesen sein müssen.

Die ältesten Funde von Flugsauriern stammen aus Schichten der oberen Triaszeit, die jüngsten aus Sedimentgesteinen der obersten Kreidezeit. Sie waren damit Zeitgenossen der Dinosaurier und sind mit ihnen vor etwa 65 Millionen Jahren ausgestorben. In ihrer Popularität standen sie aber lange Zeit im „Schatten der Dinosaurier“, die mit zum Teil gigantischen Körpergrößen nicht nur Wissenschaftler, sondern auch die allgemeine Öffentlichkeit begeisterten. Dass auch Flugsaurier interessante, ja faszinierende Tiere der Vorzeit waren, wurde allgemein erst durch neue Fossilfunde und Forschungen ab den 1970er Jahren in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Besonderen Eindruck machten dabei Arten mit bizzaren Knochenkämmen auf dem Kopf oder die Giganten unter ihnen mit einer Flügelspannweite von mehr als 11 m und damit die größten Flugtiere aller Zeiten. Das gestiegene Interesse an Flugsauriern machte es für Postverwaltungen vieler Länder reizvoll, sie auch auf Briefmarken darzustellen, sehr zur Freude der mittlerweile zahlreichen Motivsammler.

Mit den ergänzenden philatelistischen Angaben zu den Briefmarken als auch mit den paläontologischen Kurzbeschreibungen der Originalfossilien ist dieser Band für Philatelisten eine Art Katalog mit erweiterten Hintergrundinformationen, aber auch für Hobbypaläontologen ein interessantes Nachschlagewerk.

Dr. Peter Wellnhofer, Februar 2023

Hauptkonservator i.R.

Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, München

Briefmarken mit abgebildeten Fossilien sind ein Sammelgebiet, das, ausgelöst vom Saurierboom Mitte der 80er Jahre, seitdem immer mehr Freunde findet. Literatur, die dem interessierten Sammler neben markenspezifischen Informationen auch fachliche Hintergründe zum abgebildeten Motiv vermittelt, ist dagegen kaum vorhanden. Kurze thematische Artikel findet man im Wesentlichen im nicht-deutschsprachigen Raum. Hauptsächlich stammen solche Publikationen aus den USA, Kanada, und innerhalb Europas aus Großbritannien und den Niederlanden. Am häufigsten werden dabei Dinosaurier auf den Briefmarken dargestellt. In der Summe machen diese Motive erheblich mehr als die Hälfte aller Fossilien zeigenden Marken aus.

In Deutschland sind populärwissenschaftliche Abhandlungen im Zusammenhang mit der Paläontologie in der Philatelie im Kommen. LORENZ (1989) schrieb eine detailliertere Publikation über Mineralien und Fossilien auf Briefmarken aus der Schweiz („Pro Patria“-Serie) und jüngst ausführlich über die fossile Pflanzenwelt auf postalischen Dokumenten (LORENZ 2003, 2004). Wissenschaftliche Zusammenhänge und Besonderheiten zu den entsprechend erhältlichen Postwertzeichen wurden von HAMPE (1998) zu fossilen Amphibien erläutert, sowie von SCHULTZE & HAMPE (2001) zu fossilen Knochenfischen. SPINDLER (2007) schrieb eine Abhandlung über die Gruppe der Flugsaurier. HAMPE (2009a, b) stellte fossile Wale und ihre morphologisch und molekulargenetisch nächsten Verwandten auf philatelistischen Erzeugnissen dar und nahm Bezug auf fund- und wissenschaftshistorische Erkenntnisse im Zusammenhang mit Fossilien aus dem Inventar der wirbeltierpaläontologischen Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin. Mit einem Werk über Trilobiten starteten ERNST & RUDOLPH (2002) eine Serie von thematischen Büchern mit ausführlichen Hintergrundinformationen, die neben Briefmarken auch Stempel und Ganzsachen einschließen. Zwei weitere philatelistische Abhandlungen über Ammoniten und Nautiliden (ERNST & KLUG 2011), sowie über prähistorische Fische (ERNST & HAMPE 2018) folgten.

In unserem Buch treffen nun, wie bereits in den ersten drei Bänden über Trilobiten, Cephalopoden und prähistorische Fische, zwei exotische Welten aufeinander: Fossiliensammlerinnen und -sammler sowie Briefmarkensammlerinnen und -sammler stellen beide eher rare Spezies dar. Natürlich hoffen wir, beide Gruppen mit unserem Buch begeistern zu können. Es soll eine ausführliche Darstellung aller bisher bekannten Marken, Stempel und Ganzsachen mit den Motiv Flugsaurier geben. Daneben liefert das Buch eine kurze Beschreibung des Aussehens und ggf. der Lebensweise, der Größe und Verbreitung der auf dem philatelistischen Material abgebildeten Flugsaurier, einschließlich Bildern des Fossilienmaterials zur Erläuterung. Es richtet sich somit sowohl an philatelistisch Interessierte, als auch an „Hobby“-Paläontologinnen und -Paläontologen.

Berücksichtigt wurde dabei das gesamte philatelistische Material, das uns bis Dezember 2019 bekannt war. Dennoch ist es durchaus möglich, dass trotz intensiver Recherche nicht alle Marken, Stempel oder Ganzsachen von uns erfasst wurden, oder nach Vollendung des Manuskriptes weitere erschienen sind. Insbesondere aus dem asiatischen Bereich tauchen immer wieder auch ältere, bisher unbekannte Belege auf. Wir bitten ggf. um Nachricht, um die vorliegende Publikation später entsprechend ergänzen oder korrigieren zu können.

Um ein Ausufern der Anzahl der Abbildungen zu vermeiden, wurde diese pro Flugsaurier auf maximal zwanzig begrenzt. Falls unter „Tag der Erstausgabe“ nur das Erscheinungsjahr angegeben wurde, sind die Marken noch nicht im Michel-Katalog oder der Rundschau aufgenommen.

Für die Klassifizierung der verschiedene Arten haben wir uns auf frühere Veröffentlichungen gestützt, mit dem Wissen, dass unser Verständnis der Beziehungen zwischen Flugsauriern noch in den Kinderschuhen steckt und sich noch viel ändern könnte, bevor eine nomenklatorische Stabilität erreicht werden kann, insbesondere in Bezug auf supragenerische Kladen (z. B. Familien).

Unser aufrichtiger Dank gilt dem inzwischen verstorbenen Karl Heinz Schumacher, der uns seine Sammlung von Flugsauriern zum Einscannen zur Verfügung gestellt hatte, ebenso Frau Zabold für die Durchsicht der Texte.

Hans Ulrich Ernst, Pressel,

Alexander W. A. Kellner, Rio de Janeiro,

im Dezember 2022

Vorwort/Preface 5
Einleitung/Introduction 8
Flugsaurier: Ursprung und Lebensweise/Pterosaurs: Origin and Behavior 10
Flugsaurierarten oder -gattungen/Pterosaur species or genera 19
Anurognathus ammoni 19
Batrachognathus volans 26
Sordes pilosus 29
Preondactylus buffarinii 37
Scaphognathus crassirostris 41
Dorygnathus banthensis 46
Dimorphodon macronyx 48
Dimorphodon sp. 58
Peteinosaurus zambelli 58
Raeticodactylus filisurensis 65
Caviramus schesaplanensis 68
Arcticodactylus cromptonellus 70
Eudimorphodon ranzii 71
Campylognathoides sp. 79
Harpactognathus gentryii 80
Angustinaripterus longicephalus 82
Rhamphorhynchus longicaudus 83
Rhamphorhynchus muensteri 85
Rhamphorhynchus etchesi 87
Rhamphorhynchus sp. 89
Darwinopterus linglongtaensis 95
Darwinopterus modularis 97
Kryptodrakon progenitor 99
Zhenyuanopterus longirostris 101
Germanodactylus sp. 103
Pterodactylus antiquus 104
Pterodactylus kochi 106
Pterodactylus sp. 108
Gallodactylus canjuersensis 117
Feilongus youngi 118
Gegepterus change 120
Ctenochasma roemeri 122
Huanhepterus quingyangensis 123
Pterodaustro guinazui 125
Nyctosauridae gen. et sp. nov. 130
Nyctosaurus sp. 132
Muzquizopteryx coahuilensis 133
Nemicolopterus crypticus 134
Haopterus gracilis 137
Istiodactylus latidens 140
Aussiedraco molnari 143
Ornithocheirus simus 147
Cearadactylus atrox 151
Ludodactylus sibbicki 154
Tropeognathus mesembrinus 156
Caulkicephalus trimicrodon 164
Liaoningopterus gui 165
Anhanguera blittersdorffi 167
Anhanguera piscator 169
Anhanguera sp. 171
Pteranodon longiceps 174
Dawndraco kanzai 182
Geosternbergia sternbergi 184
Dsungaripterus weii 186
Noripterus complicidens 191
Thalassodromeus sethi 193
Tupandactylus imperator 196
Tupandactylus navigans 198
Tapejara wellnhoferi 200
Caiuajara dobruskii 203
Sinopterus dongi 205
Bakonydraco galaczi 207
Caupedactylus ybaka 209
Lacusovagus magnificens 210
Alanqa saharica 211
Zhejiangopterus linhaiensis 212
Arambourgiania philadelphiae 214
Hatzegopteryx thambema 215
Azhdarcho lancicollis 217
Quetzalcoatlus northropi 218
Quetzalcoatlus lawsone 225
Mesadactylus ornithosphyos 226
Stilisierte & unbestimmbare Flugsaurier/ Stylized & indefinable pterosaurs 228
Flugsaurier und Comics/Pterosaurs and cartoons 228
Nomen nudum: Ditomopharangia 232
Literaturverzeichnis/References 234
Philatelie und Geschichte/philately and history 234
Paläontologie und Zoologie/Palaeontology and Zoology 234
Abbildungsverzeichnis/List of figures 238
Liste der Abkürzungen/List of abbreviations 238
Tabelle: Liste der Marken und Belege/List of stamps and supporting documents 238
Appendix 267

Dr. med. Hans Ulrich Ernst, Jahrgang 1949, studierte Medizin in Köln und war Chefarzt einer Fachklinik für Orthopädische Rehabilitation. Er befindet sich seit Januar 2013 im Ruhestand. Schon seit seiner Schulzeit sammelt er Briefmarken, u. a. das Motiv „Fossilien“. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich auch mit den Fossilien selbst und hat mit dem Aufbau einer Fossiliensammlung begonnen.

Dr. Alexander W. A. Kellner, Jahrgang 1961, ist Diplom-Geologe (1985) und hat an der Columbia University promoviert (1996). Seit 1997 arbeitet er am Museu Nacional/UFRJ, wo er derzeit als Direktor tätig ist. Sein Hauptgebiet ist die Paläontologie. Er war als Organisator oder Teilnehmer an diversen Expeditionen rund um den Globus beteiligt, unter anderem in die Wüsten von Atacama (Chile) und Kerman (Iran), die berühmten Lagerstätten von Liaoning (China) und die Antarktis. Seine wissenschaftlichen Errungenschaften führten zu Beschreibungen von 90 neuen Arten, darunter mehrere Flugsaurier, die in diesem Buch illustriert werden.

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