Weshalb noch ein weiteres Messel-Buch?
Am 20. Oktober 2017 wurde im Museumshof in Messel eine Gedenktafel enthüllt, die die Namen aller 55 Kläger aus der Gemeinde und diejenigen von Unterstützern des Rettungswerkes trägt. Bei den dazu gehaltenen Reden und auch bei einem Festakt zu „25 Jahren Welterbe Grube Messel“ am 7. Oktober 2020 trat allerdings zutage, dass der wahre Verlauf des Geschehens weitgehend unbekannt ist.
Das erwies sich auch schon vor dem 25. März 2015, als die Entega AG in Darmstadt Mitgliedern der früheren Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie den „Ludwig Bergsträsser Preis“ überreichte. Mit dessen großzügig bemessener Geldsumme konnte besagte Tafel in Auftrag gegeben werden. Allerdings zeigte sich, dass selbst der frühere Senckenberg-Direktor Prof. Dr. Fritz Steininger, der Laudator für diesen Veranstaltungspunkt, hatte nachfragen müssen, wem wirklich zu verdanken sei, dass die Fossilien nicht unter Müll verschwanden. Er war allerdings auch erst 1995 an das Frankfurter Institut gelangt, während der Kampf um die Grube nur bis Ende 1989 ging.
In einem innersten Widerstandszirkel waren es ab dem April 1987, dem Datum der politischen Wende in Hessen, zunächst vier verschworene Akteure, dann noch ein Lokalpolitiker aus Messel selbst, die damals regelrecht konspirativ agieren mussten: So blieb ihr Tun bis heute mehr oder weniger verborgen.
Der Autor ist einer der drei überlebenden Streiter. Aber: Es gab noch einen weiteren Mann, von dem bis ins Jahr 2004 nur wenige Wiesbadener Ministerialbeamte wussten und der erst im November 2020 gleichsam aus der Deckung trat. Ohne ihn, das kam heraus, wäre alles umsonst gewesen, was die Bürger bereits auf eigene Faust und lange vor dem Frühjahr 1987 zur Rettung der Grube Messel ins Werk gesetzt hatten. Lesen Sie selbst, wovon der Filmer Gerald Beck meinte, das sei „ein wunderbares Treatment für einen Film“.






