Band 49 der Reihe Wanderungen in die Erdgeschichte entführt den Leser in den westlichen Bereich des Geoparks GrenzWelten, ein Gebiet das große Teile des Sauerlandes mit dem Rothaargebirge auf NRW-Seite sowie des Ederberglandes auf hessischer Seite umfasst. Die Region ist überwiegend Teil des Rheinischen Schiefergebirges und wird aus Gesteinen des Erdaltertums aufgebaut, genauer aus Gesteinen aus der Zeit des Devons und Karbons (415-300 Millionen Jahre vor heute), die sich in einem ehemaligen Meeresbecken ablagerten.
Die Region gehört damit zum älteren paläozoischen Teil des Geoparks. Vor rund 300 Millionen Jahren im ausgehenden Erdaltertum wurden hier mächtige Sedimentpakete durch die variszische Gebirgsbildung aus dem ehemals devonischen und karbonischen Meeresbecken herausgehoben, nach Norden überschoben und dabei gefaltet. Diese ehemaligen Meeresablagerungen, zusammengeschoben zu einem Hochgebirge, das nach und nach erodiert wurde, bauen heute die reizvolle Berg- und Tallandschaft zwischen Battenberg (Eder) im Süden und Brilon im Norden auf.
Im Norden prägen devonische Massenkalke, ehemalige tropische Stromatoporen- und Korallenriffe, die Landschaft. Sie bilden heute die reizvolle Karstlandschaft der „Briloner Hochfläche“ mit ihren zahlreichen Kegelkarsttürmen, Höhlen, Bachschwinden und Karstquellen. Ein Besuch in der Veleda-Höhle bei Bestwig-Velmede entführt den Besucher in die Zauberwelt der Tropfsteine.
Weiter im Süden erstrecken sich die aus Ton- und Kieselschiefer, Kieselkalke, Grauwacken sowie Diabase aufgebauten bewaldeten Höhenzüge des Sauerlandes und des Ederberglandes. Mit 841 Meter Höhe liegt hier auch der bei Touristen sehr beliebte Kahler Asten, der zugleich das Dach des Geoparks markiert. Im auf das Erdaltertum anschließende Mesozoikum sind vor etwa 125 Millionen Jahren Dinosaurier durch das Gebiet des westlichen Geoparks gestreift. Ihre Überreste wurden bei Brilon-Nehden, eine weltweit bekannte Dinosaurierfundstelle, ausgegraben. Nicht nur die Erdgeschichte, auch der Mensch hat seine Spuren in der Landschaft hinterlassen, denn in historischer Vergangenheit war das heute überwiegend touristische Sauerland ein sehr bedeutendes Bergbaurevier in Deutschland. Hier lagen unter anderem auch die reichste Goldlagerstätte Deutschlands (Eisenberg), eine der bedeutendste Buntmetalllagerstätte Deutschlands (Ramsbeck), eine der größten Eisenerzlagerstätte Deutschlands (Martenberg) sowie die drittgrößte Kupferlagerstätte Deutschlands (Marsberg) sowie die Schwerspat-Grube in Dreislar mit ihren bekannten Mineralstufen oder der Mangan-Abbau in Battenberg.
Nicht zu vergessen der Abbau und die Nutzung des Dachschiefers. Zahlreiche Relikte und Spuren – Schächte, Stollen, Halden, Hütten- und Hammerwerke – sind noch heute in der Landschaft zu erkennen. Besucherbergwerke wie in Marsberg, Adorf, Eisenberg oder Ramsberg machen die Bergbauspuren sichtbar und erlauben einen Einblick in die Erdgeschichte des Geoparks.

Thomas Pawellek interessierte sich schon seit Kindesalter für Geologie. Das Interesse blieb auch während der gesamten Schulzeit geweckt und führte schließlich zum Geologie- und Paläontologie-Studium an der LMU in München. Die abschließende Diplomarbeit fand über den Oberjura des Keltiberikums statt. Anschließend promovierte er über den Oberjura der Schwäbischen Alb. Danach führte ihn sein Weg in die Wirtschaft.




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